KI im Polizeialltag: Wissen, Nutzen, Dienstgeheimnis wahren
Dein Guide für den sicheren Umgang mit kostenlosen KI-Tools – von der Aktennotiz bis zum Lagebild.
- KI kann im Dienst produktiv helfen – beim Formulieren von Rapporten, Recherchieren und Strukturieren.
- Kostenlose KI-Tools wie ChatGPT, Copilot oder Gemini bergen Risiken für das Dienstgeheimnis und den Datenschutz.
- Aktennotizen, Lagebilder, Strafanzeigen und Personendaten gehören nicht in öffentliche KI-Systeme.
- Ziel: sichere und bewusste Nutzung, die das Ermittlungsgeheimnis und das Öffentlichkeitsprinzip respektiert.
⚠️ Wichtig
Kostenlose KI-Dienste können Eingaben speichern und für Trainingszwecke verwenden. Dienstliche Informationen dürfen deshalb nur gemäss internen Weisungen verarbeitet werden.
⚖️ Rechtlicher Rahmen: Dienstgeheimnis & Öffentlichkeitsprinzip
Als Angehörige der Kantonspolizei unterliegst du dem Dienstgeheimnis (Art. 73 PG) und dem Ermittlungsgeheimnis (Art. 73 StPO). Informationen aus laufenden Verfahren, interne Lagebilder, Rapporte und Personendaten dürfen nicht an Dritte gelangen – auch nicht an KI-Dienste im Internet.
Gleichzeitig gilt das Öffentlichkeitsprinzip: Informationen, die bereits offiziell publiziert wurden (Medienmitteilungen, öffentliche Fahndungsaufrufe), dürfen bearbeitet werden.
☁️ Cloud vs. internes Netz – klare Trennung
Darf in die Cloud (kostenlose KI-Tools): Bereits veröffentlichte Medienmitteilungen, allgemeine Formulierungshilfe, öffentlich zugängliche Informationen.
Muss im internen Netz bleiben: Rapporte, Aktennotizen, Lagebilder, Strafanzeigen, Personendaten von Betroffenen / Zeugen / Beschuldigten, Kader- und Patrouillendaten, Einsatzbefehle, Zugangsdaten.
Dein persönlicher Status-Check
Fünf kurze Fragen zu deinem Umgang mit KI-Tools im Dienst. Die Auswertung erfolgt komplett lokal – es werden keine Daten übertragen.
Ampel-Zone: Was darf in die KI?
Drei Kategorien helfen dir einzuschätzen, welche dienstlichen Inhalte du in kostenlose KI-Tools eingeben darfst – und welche dem Dienstgeheimnis unterliegen.
Bedenkenlose Nutzung
- Bereits publizierte Medienmitteilungen
- Allgemeine Formulierungshilfe
- Öffentlich zugängliche Informationen
- Brainstorming ohne Dienstbezug
Nur nach Prüfung
- Vollständig anonymisierte Texte
- Interne Entwürfe ohne Personenbezug
- Abstrakte Strukturvorlagen
- Texte ohne Fallnummern / Aktenzeichen
Niemals eingeben
- Daten von Betroffenen / Zeugen / Beschuldigten
- Rapporte, Aktennotizen, Strafanzeigen
- Lagebilder, Einsatzbefehle, Strategien
- Zugangsdaten, Passwörter, Kader-/Patrouilleninfos
Risiko-Rechner
Wähle aus, welche Art von dienstlichem Inhalt du in ein kostenloses KI-Tool eingegeben hast. Du erhältst eine sofortige Risikobewertung.
Prompt-Baukasten für den Polizeialltag
Szenario-basierte Vorlagen für typische Polizeiaufgaben. Kopiere einen Prompt, passe ihn an – aber erst nach der Checkliste.
Grundprinzip
KI ersetzt keine polizeiliche Prüfung.
Jeder KI-generierte Inhalt muss durch einen Menschen überprüft und von einer zweiten Person (Kader / Kolleg:in) freigegeben werden, bevor er dienstlich verwendet wird.
✅ Checkliste vor dem Copy-Paste (Zwei-Personen-Regel)
Prüfe jeden Punkt, bevor du einen KI-generierten Text weiterverwendest.
Sachverhalt zusammenfassen
Für die Staatsanwaltschaft
[ANONYMISIERTER SACHVERHALT]Bevölkerungsmitteilung formulieren
Für die Medien / Öffentlichkeit
[FREIGEGEBENE INFORMATIONEN]Einsatzbefehl strukturieren
Für die Mannschaft / Patrouille
[ALLGEMEINES SZENARIO]